 EditorialDear engineer,Matthias Meier (Chefredakteur) endlich ist es wissenschaftlich bewiesen: Extreme-Couching bildet! Also jene Tätigkeit, bei der man als Couch Potato, zu Deutsch Stubenhocker, gemütlich mit einem Bier und ein paar Chips auf dem Sofa sitzt und sich eine DVD anschaut. Vorausgesetzt allerdings, Sie sehen sich die DVD im englischen Original an und blenden zusätzlich die englischen Untertitel ein (was zugebenermaßen stark von den Chips ablenken kann). Diesen Zusammenhang fanden zumindest Forscher am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik im niederländischen Nijmegen* heraus. Die Wissenschaftler haben Probanden unter anderem den Filmklassiker Trainspotting mit Ewan McGregor vorgespielt. Harte Kost, denn McGregor macht in der Rolle, die ihm zum Durchbruch verholfen hat, dem Mc in seinem Namen alle Ehre und spricht tiefsten schottischen Dialekt. Ohne Untertitel dürfte selbst bei so manchem englischen Muttersprachler die Verständnisrate kaum die 50 Prozent Hürde überspringen. Ein ideales Studienobjekt also, um die Verbindung zwischen lexikalischer Information, sprich englischen Untertiteln, und ungewöhnlichem Sprachklang, also Schottisch, zu untersuchen. Drei Gruppen von Probanden, die den Film jeweils ohne, mit englischen und mit niederländischen Untertiteln gesehen hatten, wurden anschließend kurze Dialogstücke aus dem Film vorgespielt. Die Gruppe, die über die Untertitel erschließen konnte, wie der Dialog auf englisch hätte klingen müssen, konnte wesentlich besser eine Verbindung zu dem Gehörten herstellen und erkannte folglich wesentlich mehr schottische Dialog- Schnipsel als die Vergleichsgruppen. Nun ist Trainspotting selbst mit Untertiteln eine cineastisch zwar lohnenswerte, sprachlich aber nicht zu unterschätzende Herausforderung. Dennoch beweist die Studie, dass es sich lohnt, den inneren Schweinhund zu überwinden und beim gemütlichen Filmabend statt der zumeist ohnehin schlechten deutschen Synchronisierung das englische Original plus eben der Untertitel zu wählen. So verbinden sich Wörter viel leichter mit Klängen und häufig gebrauchte Redewendungen gehen schnell in Fleisch und Blut über, was sich wiederum positiv auf die Flüssigkeit beim Sprechen auswirkt. Und wo ist das Englischlernen angenehmer als beim Extreme-Couching mit Bier und Chips? P.S.: Zum Extreme-Couching eignet sich natürlich auch die engine. Diese Ausgabe ist zwar wie immer (fast) ohne Ton, dafür gibt‘s aber statt Untertitel die praktische Vokabelhilfe. Diesmal berichten wir darüber, wie die Sonne unsere dringensten Probleme lösen könnte, wie wir vielleicht morgen lesen werden und wie schwer es ist, die Schwerkraft zu messen. Außerdem erfahren Sie, wie viel Punkte auf ein Präsidentengesicht passen und dass Sie Rube Goldberg und Heath Robinson kennen, obwohl Ihnen die Namen wahrscheinlich alles andere als bekannt vorkommen. Na dann viel Spaß - und Prost!  |  |  Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabeengine abonnierenSie möchten engine gerne regelmäßig erhalten? In unserem Bestellservice erhalten Sie weitere Informationen zu Bezugspreisen und zum Abonnement.  LeseprobeUnsere Leseprobe gibt Ihnen einen Einblick in die Berichterstattung von engine. Dort lesen Sie sich in das erste Engine-Exemplar per PDF-Download ein.   |  |